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Matteo Spricht 2

Matteos Kunst


Matteos Bilder entstehen aus einem besonderen Blick auf die Welt. Nicht das Offensichtliche steht im Zentrum, sondern das, was andere leicht übersehen.

Er erzählt über Bilder.
Nicht linear, nicht chronologisch. Manchmal beginnt Matteo mitten im Geschehen, arbeitet am Ende weiter und kehrt später an den Anfang zurück. Dabei scheint er genau zu wissen, welche Szene wo ihren Platz hat – auch wenn ein Werk über Wochen hinweg entsteht. Manche Arbeiten zeigen bewusst unvollendete Passagen. Sie gehören zur Geschichte, die im Kopf längst weiter ist.

In Matteos Bildern können Figuren zu Liedern werden. Charaktere sind Klänge, Stimmungen, Rhythmen. Manche Details sind nur wenige Millimeter groß, dennoch präzise ausgearbeitet, teilweise mit Sprechblasen versehen. Ganze Welten entstehen aus winzigen Fragmenten. An diesen großen inneren Erzählungen arbeitet Matteo oft über viele Tage und Wochen.

Ein lebensgroßes Nashorn aus Plastik im Vorgarten – für die meisten ein kaum zu ignorierender Anblick. Für Matteo war es nebensächlich. Sein Blick blieb an den kleinen Krokussen hängen, die unter dem Nashorn wuchsen. „Tolle Blume“, sagte er leise. Diese Verschiebung von Bedeutung prägt viele seiner Arbeiten: Das Große tritt zurück, das Detail rückt nach vorn.

Matteo interessiert sich für das, was am Rand passiert. Seine Bilder folgen keiner klassischen Hierarchie. Wichtig ist nicht, was laut oder dominant ist, sondern was gesehen wird. Oft sind es kleine Elemente, die den Kern eines Bildes tragen.

Es gibt einzelne Arbeiten, die besonders nah sind:
ein Vater, der auf dem Sofa eingeschlafen ist (keine Sorge – nur im Bild), ein Junge, der Matteo nicht mag, obwohl er dazugehören möchte, eine bunte Erdkugel, ein Bär, der sich an einer Palme kratzt, ein selbst gemachtes Mathe-Übungsblatt voller kleiner Illustrationen. Diese Bilder sind Momentaufnahmen – persönliche Szenen, Beobachtungen, Erinnerungen.

Das wirklich wiederkehrende Motiv in Matteos Werk ist jedoch das Tier-ABC. Ursprünglich ein Lernspiel, wurde es für ihn zu einem festen visuellen Anker. Matteo hat dieses Motiv unzählige Male gezeichnet, variiert, kopiert, weiterentwickelt – mal als eigenständiges Bild, mal als Miniatur eingebettet in größere Arbeiten. Das Tier-ABC ist Vertrautheit, Struktur und Spielfläche zugleich. Ein Ort der Wiederholung – und der Freiheit.

Matteo malt, weil er es muss.
Überall. Auf Reisen, unterwegs, an fremden Orten. Stift und Block sind immer dabei. Beim Zeichnen ist er ruhig, konzentriert und ganz bei sich. Viele seiner sogenannten „Fresszettelzeichnungen“ sind Erinnerungen an Orte – kleine visuelle Notizen, fast wie Postkarten an sich selbst.

Seine Kunst ist kein Hobby. Sie ist Ausdruck, Ordnung und Sprache. Ein Raum, in dem Matteo sich mitteilt – leise, präzise und mit großer Tiefe.

Wer seine Bilder betrachtet, ist eingeladen, langsamer zu werden.
Hinzugehen.
Genauer hinzusehen.

Denn oft liegt das Wesentliche nicht im Großen – sondern im Detail.

https://www.youtube.com/watch?v=R8UCy3jtZaM


https://www.youtube.com/watch?v=JiJrLhehE9s